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Die neue Freiheit
Kolumne in SĂĽdostschweiz am Sonntag, 2. August 2015

Mein Leben lang arbeitete ich gerne im Beruf, zuletzt als Ausbildungsverantwortliche im Spital und Pflegeheim Appenzell. Und doch freute ich mich auf die Pensionierung: nicht nichts tun, aber durchs Band selbst entscheiden, was man mit den täglich 24 Stunden anstellt.

Ein Jahr ist es nun her, dass ich Inhaberin des AHV-Ausweises bin. Meine Erwartungen an die Pensionierung haben sich erfüllt – im besten Sinn: Zwar vermisse ich manchmal die berufliche Herausforderung. Aber anstelle der festen Verpflichtung lockt die spontane Möglichkeit: Ich kann mich mit Freundinnen und Gleichgesinnten treffen, kann häufiger Ausstellungen besuchen, ins Kino gehen und endlich die liegengebliebenen Bücher nachlesen. Vor allem aber ermöglicht mir die neue Freiheit, je nach Wetterprognose am Vortag eine Wanderung oder Skitour zu planen – ohne auf mein Erwerbspensum Rücksicht nehmen zu müssen.

Dennoch, ich will nicht zu jenen gehören, die pausenlos unterwegs sind und seit der Pensionierung ständig und immer keine Zeit haben. Der sogenannte Ruhestand ermöglicht mir, kurzfristig auf Ereignisse zu reagieren und auf Menschen einzugehen. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, Neues kennenzulernen, seien dies Themen, Menschen oder mich selbst. Gleichzeitig, so konnte ich feststellen, habe ich genügend Musse für all jene politischen Themen, die mir weiterhin wichtig sind. Denn auch im AHV-positiven Alter bleibt man Teil dieser Gesellschaft in der privilegierten Schweiz. Und als Mensch, der in der Schweiz geboren wurde, ist man nicht nur für sich und seine Mitwelt, sondern ein Stück auch für die Welt verantwortlich. Ich hoffe sehr, noch etliche Jahre meine «Weltverantwortung» wahrnehmen zu können. Ob Klimawandel, Flüchtlingshilfe, Gleichstellung oder Gerechtigkeit mit dem globalen Süden, an Themen mangelt es nicht.

Vor einem Jahr habe ich mich vom Erwerbsleben verabschiedet, mit dieser Kolumne verabschiede ich mich auch von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser ennet dem Ricken. Nach fast 20 Jahren und 50 Beiträgen als Kolumnistin fĂĽr diese Zeitung ĂĽbergebe ich dieses Rubrik an die Wilerin Yvonne Gilli, die seit 8 Jahren die St.Galler GrĂĽnen im Nationalrat vertritt. Die Kolumnen machten mir Spass. Aber es freut mich auch, dass ich diese Aufgabe weiterreichen kann an eine Person, der Ă–kologie, Pazifismus, globale Solidarität und Feminismus ebenfalls am Herz liegen. Ich danke Ihnen, wenn Sie auch Yvonne Gilli ein kritisches, aber interessiertes Publikum sind.  
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