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Hörner sind nicht nur schön, sie haben auch einen Zweck
Kolumne in www.suedostschweiz.ch, 24. Oktober 2010

Ob Appenzeller Käse oder Schoggi-Brügeli, Milch steckt in vielem drin, was in unserem Land hergestellt wird. Kein Wunder ist die Kuh das Schweizer Nationaltier. Doch wer Fotos von Bauernhöfen in den Siebzigerjahren und heute vergleicht, stutzt: Heute fehlen fast allen Rindviechern die Hörner. Was ist passiert?

Hörner können Unfälle verursachen, das ist unbestritten. Bei zu engen Platzverhältnissen im Stall oder bei unqualifiziertem Personal steigt das Unfallrisiko zusätzlich. Die zuständige Fachstelle des Bundes kann dazu allerdings keine Statistik liefern. Doch weil Vorsorge besser als Heilen ist, werden heute neun von zehn Kühen die Hörner weggenommen. Jährlich 200'000 Kühe werden in der Schweiz enthornt. Unbestritten ist, dass Hornkühe rund ein Drittel mehr Platz im Stall beanspruchen als enthornte. Entweder, man baut aus, oder man senkt den Tierbestand – beides hat finanzielle Konsequenzen für die Landwirte.

Die Hörner sind aber nicht nur schön, sie haben selbstverständlich auch einen wichtigen Zweck, wie die Nutztierschutzorganisation Kagfreiland in ihrer Kampagne «Horn auf!» betont. Hörner sind wichtig für das Sozialverhalten, die Rangordnung und die Körperpflege.

Wird der Stallbau auf Hornkühe ausgerichtet, ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier intensiv und wird mit den Tieren richtig umgegangen, sinkt die Verletzungsgefahr. Ein wichtiger Beitrag dazu ist eine tierfreundliche Art der Rindviehhaltung, insbesondere der Laufstall, der täglichen Auslauf auf Weide oder im Laufhof gewährt.

Einzig das Label Demeter verpflichtet seine Produzenten, den Kühen ihre Hörner zu lassen. Wenn mehr Konsumentinnen und Konsumenten auf Kühe mit Hörner pochen – und dies nicht nur in der Werbung, sondern auch auf der Weide – wäre ein Trendumkehr möglich. Die Petition von Kagfreiland fordert, dass der Detailhandel eine «Hornmilch» lanciert.

Ich würde mich freuen, wenn immer mehr Bauern ihren Kühen wieder die Hörner auf dem Kopf lassen. Ich bin überzeugt, ein beachtlicher Teil der Bevölkerung wäre bereit, diese finanzielle Einbusse der Landwirte mit einem Aufschlag auf den Milchpreis zu honorieren. So hätten Kuh und Bauer ein gutes Auskommen.  
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Kühe sollen Hörner tragen