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Kinder- und Familienwohl vor Gewerbefreiheit
Kolumne in www.suedostschweiz.ch, 5. August 2007

Seit Jahren schauen Bierproduzenten, Schnapshändler und Weinimporteure zu, wie sich Kinder und Jugendliche abends volllaufen lassen. Und sie stellen mit den süssen Alcopops sogar absichtlich alkoholhaltige Getränke speziell fürs junge Publikum in die Regale – Animation zum Rauschtrinken. Der «Erfolg» dieser Alkoholoffensive ist gespenstisch: Rund 20 Prozent der 13-Jährigen und mehr als 50 Prozent der über 16-Jährigen betrinken sich mindestens einmal im Monat. Jeden Tag müssen drei bis vier Jugendliche wegen Rauschtrinkens in ein Spital eingeliefert werden.

Nun wirft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Rettungsanker: Der Alkoholverkauf in Läden und an Tankstellen – nicht aber in Restaurants und Bars – soll ab 21 Uhr verboten werden. Damit will man verhindern, dass Jugendliche im Ausgang spontan Alkoholika kaufen und sich anschiessend bis zur Bewusstlosigkeit betrinken. Diese Strategie wird auch von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Denn Studien zeigen klar, dass Verbote eine griffige Massnahme gegen das Rauschtrinken von Minderjährigen sind.

Dennoch ist der Aufschrei der Alkohollobby gross. Ganz offensichtlich will die Bier-, Wein- und Spirituosenbranche auch in Zukunft nicht darauf verzichten, konsumbereiten Kindern und Jugendlichen das Geld aus der Tasche zu ziehen. So zeigt sich etwa der Präsident des Brauereiverbandes empört über das geplante Verbot. Ins gleiche Horn stösst der Direktor des Schweizerischen Weinverbandes. Und die Vereinigung der Schweizer Import- und Grosshändler versteigt sich sogar zur Behauptung, ein Nachtverkaufsverbot habe keinerlei Wirkung auf den Alkoholkonsum von Jugendlichen. Dabei genügt schon ein Blick nach Genf, um sich von der positiven Wirkung zu überzeugen. Dort darf bereits heute nach 21 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden. «Der Konsum geht zurück», bilanziert das BAG. Dies sehen auch die kantonalen Polizeikommandanten so, die ein Verbot begrüssen.

In der kommenden Debatte werden die bürgerlichen Parteien Farbe bekennen müssen: Liegt ihnen Familienpolitik tatsächlich am Herzen? Oder zählt für FDP, CVP und SVP nur, dass die Ladenkassen klingeln – auch wenn dadurch Minderjährige ins Rauschtrinken getrieben werden? Für mich steht ausser Frage: Das Wohl unserer Kinder und Familien kommt vor der Gewerbefreiheit. Wir brauchen ein Alkoholverkaufsverbot ab 21 Uhr – und zwar möglichst bald schweizweit!  
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