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Waffen subito ins Zeughaus!
Kolumne in www.suedostschweiz.ch, 10. Sept. 2006

7,5 Millionen Menschen wohnen in der Schweiz. Fast jeder dritte von ihnen hat eine Pistole oder ein Sturmgewehr im Kleiderschrank, in der Nachttischschublade oder auf dem Estrich. Doch das ist kein Problem. In seiner Antwort auf eine Motion, die den Verbleib der Waffen in den Zeughäusern forderte, schrieb unser oberster Landesverteidiger Samuel Schmid: «In unserer Milizarmee besteht ein militärisches Bedürfnis nach der Aufbewahrung der Ausrüstung zu Hause.»

Originell argumentierte auch sein Vor-Vorgänger Kaspar Villiger. Als vor über zehn Jahren meine Wenigkeit dieselbe Forderung stellte, gab er zu: «Es geht in der Tat um ein Problem, das nicht nur rein rational fassbar ist.» Bei einem Systemwechsel hätte man «in diesem Land wahrscheinlich einen mittleren Aufruhr». Alt-Bundesrat Villiger gab zwar «ein gewisses Restrisiko» zu, strich im Gegenzug aber auch die Vorteile heraus, wenn die gebrauchten Armeewaffen nicht beim VBS bleiben: «In meinem Departement sähe man es lieber, dass den Wehrmännern noch mehr Waffen abgegeben würden, weil es in der Tat ein Entsorgungsproblem gibt.»

Die Militärführung hat wahrlich fadenscheinige Gründe, die brandgefährlichen Schiesseisen an Zivile abzugeben. Und wie siehts mit den Argumenten aus, die dafür sprechen, Schusswaffen dort zu belassen, wo sie am sichersten aufbewahrt sind? Eine Studie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zeigt, dass in der Schweiz der Anteil von Schusswaffen als Tatwaffe bei Selbstmorden seit den Achtzigerjahren von 23 auf 27 Prozent zugenommen hat. Damit liegt unser Land quer zum Trend: Australien senkte den Anteil von 20 auf 10 Prozent, Kanada von 31 auf 19 Prozent. Das Zaubermittel: Sie erschwerten die Verfügbarkeit von Schusswaffen dramatisch.

Ob Selbsttötungen, Morde im Affekt oder Waffenschiebereien, kaum eine Gesetzesänderung wĂĽrde mit so wenig Aufwand und Kosten so viel Leid verhindern. Irrationale GrĂĽnde, Mythen und Leidenschaft fĂĽrs Ordonanzwaffen in Ehren. Aber wenn es um Leben und Tod geht, sind falsche RĂĽcksichten fehl am Platz. Es ist höchste Zeit, der nicht kontrollierbaren Verbreitung und dem Missbrauch von Armeewaffen einen Riegel zu schieben. Wenige Tage noch läuft auf www.annabelle.ch eine entsprechende Petition. Handeln wir jetzt. Denn sonst ist das nächste Familiendrama, der nächste Selbstmord, dessen Werkzeug eine Armeewaffe ist, programmiert.  
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