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Blinde Touristiker
erschienen im St. Galler Tagblatt, 27. April 2005

«Weg mit der Verbandsbeschwerde», 18.4.05

An der Ostschweizer Seilbahntagung wurde ein Grund für den desolaten Zustand vieler Bahnen gesucht. Die Lösung von Leo Jeker, Direktor der Bergbahnen Savognin: «Das Verbandsbeschwerderecht muss weg.» Denn weil die Schweizer Umweltorganisationen es so ernst mit den Gesetzen nehmen, kommt der Bau viel zu teuer. Jekers Aussage ist gleich dreifach absurd:
  • Keine andere Klägergruppe hat so oft Erfolg bei Beschwerden wie die Umweltverbände mit dem Verbandsbeschwerderecht. Pro Natura St. Gallen-Appenzell etwa machte von 2000 bis 2004 53 Einsprachen, von denen der Verband drei Fälle verlor.
  • Die Probleme der Seilbähnler sind hausgemacht: Für Überkapazitäten und unattraktive Bahnen müssen sie sich schon selbst an der Nase nehmen.
  • Ohne intakte Umwelt haben die Schweizer Seilbahnen ausgegondelt. Nicht zuletzt die Umweltverbände sorgen dafür, dass die touristische Nutzung in den Alpen nicht die Landschaft als ihr Kapital vernichtet.
Der Verband Seilbahnen Schweiz ist aber uneinsichtig. In der Vernehmlassung zum neuen Seilbahngesetz ist er beispielsweise dagegen, dass nicht mehr genutzte Anlagen auf eigene Kosten entfernt werden müssen. Auch stemmt er sich gegen eine Versicherung, die im Fall von Zahlungsunfähigkeit einspringen könnte. Umwelt, so scheint es, ist für die Seilbähnler ein Gut mit hohem Wert, aber ohne Preis. Der Verband täte gut daran, das Verbandsbeschwerderecht als Mittel zur Einhaltung der Umweltschutzgesetzgebung anzuerkennen.  
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